Osteopathie

Der Terminus Osteopathie entstammt dem griechischen "osteo" für Knochen und "pathos" für Leiden, wobei eine solche begriffliche Verengung dem ganzheitlichen Konzept der Osteopathie im Grunde nicht gerecht wird.

Im Rahmen der Diagnose werden vielmehr Blockaden, Muskelverhärtungen, Gewebespannungen und Fehlstellungen ertastet und im Zuge der Therapie Nerven stimuliert, Gelenke mobilisiert und Muskelstränge gedehnt. Osteopathische Diagnose und Therapie erfolgen hierbei ausschließlich mithilfe der Hände und unter Verzicht auf Medikamente und medizinische Geräte.

Diese im buchstäblichen Sinne manuelle Medizin zielt vorrangig nicht auf die Behandlung einzelner Symptome, sondern die Ergründung der Ursachen von Beschwerden und betrachtet hierzu den menschlichen Körper als das Zusammenspiel dreier funktional zusammenhängender und sich wechselseitig beeinflussender Systeme:

  • Parietales System

Der aus Knochen, Muskeln, Gelenken, Sehnen, Bändern und Faszien (bindegewebige Strukturen) bestehende Bewegungsapparat

  • Viszerales System

Die inneren Organe und ihre Befestigung mittels Faszien

  • Cranio-Sacrales System

Das Nervensystem und seine Verbindungen mit dem Gehirn, dem Rückenmark, der Rückenmarksflüssigkeit und den zugehörigen Faszien

Die Annahme der Interdependenz dieser Körpersysteme ist zentraler Ansatzpunkt osteopathischer Diagnose und Therapie. So erfolgt beispielsweise im Falle von Rückenschmerzen zuweilen eine Behandlung des Dickdarmes und/ oder der Gebärmutter, da die Bandscheiben und der Darm über Faszien ebenso miteinander verbunden sind, wie die Gebärmutter und das Kreuzbein.

Die Osteopathie berufs- oder gewerbsmäßig auszuüben, ist gemäß Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf vom 08.09.2015 (Aktenzeichen I-20 U 236/13) ausschließlich berechtigt, wer ärztlich bestallt oder im Besitz einer Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach § 1 Absatz 1 Heilpraktikergesetz (HeilprG) ist. Diese Erlaubnis wurde mir seitens des Landkreises Wittenberg nach bestandener schriftlicher und mündlicher Prüfung durch das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt erteilt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert in ihren "Benchmarks for Training in Osteopathy" inhaltliche Qualitätsstandards einer Osteopathieausbildung und formuliert diese im Rahmen ihres Typ II Curriculum. Nach bestandener schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfung erhielt ich seitens der cura - craniosacral unwinding and resonance academy in Berlin das Zertifikat Funktionelle Osteopathie (F. O.) verliehen, welches mir eine dem WHO Typ II Curriculum entsprechende Qualifizierung bescheinigt.

Ich bin ordentliches Mitglied des Berufsverband für Funktionelle Osteopathie e. V. (bvFO).